Klinische Informationen sind entscheidend ...

Gerichtete klinische Informationsflüsse sind von zentraler Bedeutung für eine sichere Gesundheitsversorgung. Das Patientenrechtegesetz von 2013 unterstreicht ihren besonderen Stellenwert.

Klinische Informationen zu Anamnese, Befunden, Untersuchungen und ihren Ergebnissen, zu Diagnosen sowie zur Therapie und ihrer Wirkung müssen im Behandlungsverlauf erhoben und aufgezeichnet werden - entweder auf Papier oder mit elektronischen Systemen.

Mindestens 30% der Arbeitszeit von Ärzten wurden bereits 2003 im Krankenhaus für die Behandlungsdokumentation benötigt (Blum 2003). Der Zeitbedarf für das Sammeln klinischer Informationen und ihre Dokumentation hat seitdem in allen Berufsgruppen zugenommen - ausgelöst durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Änderungen der Arbeitsorganisation, neue Versorgungskonzepte oder zusätzliche Nachweispflichten für die Abrechnung.

Obwohl das Gewinnen und Sichern klinischer Informationen aufwändig ist und den Behandlungserfolg wesentlich beeinflusst, werden die dafür erforderlichen Inhalte, Organisationsformen und technischen Verfahren nur selten hinterfragt und übergreifend gestaltet.

In der Regel müssen Anwender vor Ort improvisieren und für ihre alltäglichen Aufgaben Lösungen mit "Bordmitteln" finden - dabei gehören unnötige Informationslücken leider ebenso zum klinischen Alltag wie vermeidbare Mehrarbeit.