Erhöhtes Haftungsrisiko

Nur knapp ein Drittel der Behandlungsdokumentationen ist vollständig und frei von Fehlern - in 72% der Patientenakten werden Mängel festgestellt. Bei 16% sind mehr als die Hälfte der Informationen lückenhaft, die für das Nachvollziehen des Behandlungsgeschehens von zentraler Bedeutung sind (Püschmann 2006).

Wenn klinische Informationen unvollständig dokumentiert sind, steigt das Risiko der Behandler, für Behandlungsverläufe und ihr Ergebnis in Haftung genommen zu werden.

Denn lückenhafte Patientenakten erschweren den betroffenen Patienten in Haftungsverfahren die Aufklärung des Sachverhalts in unzumutbarer Weise. Patienten wird daher in solchen Fällen Beweiserleichterung bis zur Beweislastumkehr zugebilligt.

Diese Praxis der Rechtsprechung wurde vom Gesetzgeber in das "Patientenrechtegesetz" vom 20.02.2013 und seine Regelungen zur Behandlungsdokumentation übernommen (PatRVerbG 2013).

Nun muss der Behandler beweisen, dass während der Behandlung keine haftungsbegründenden Versäumnisse eingetreten sind - ohne entsprechende Aufzeichnungen eine fast unlösbare Aufgabe.